Von vergessenen Laptops und Radwegen – Der Wochenrückblick!

Artikel von Andreas Kraus - veröffentlicht am 15. April 2017

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten 23 Sekunden

Wochenrückblick: Vieles wurde diese Woche angesprochen, bekanntgegeben und vor allem diskutiert. Neue Informationen zum Thema Breitband, die Veröffentlichung der Polizeistatistik, Entwürfe zur Umgestaltung des Marktplatzes/alte B294, Beschluss zur Erarbeitung eines Radfahrkonzeptes. Ich habe mir die interessantesten Themen herausgepickt und diese zu einem Wochenrückblick zusammengefasst. Los gehts!

Keine Zahlen, wenig Fakten und ahnungslose Gemeinderäte – das Breitbanddauerthema

Vergangenen Dienstag lud die Brettener Stadtverwaltung die Geschäftsführung der BBV Deutschland zur Gemeinderatssitzung ein. Das Ziel war die Beseitigung von Unklarheiten, den genauen Ablauf des Ausbaues, der Stand bezüglich allen den Ortsteilen und vor allem zur Kernstadt. Die meisten von euch werden bereits aus den Zeitungen erfahren haben, dass hier vor allem viel diskutiert, aber nichts gesagt wurde. Fünf Vertreter der BBV sind angereist, Geschäftsführer Manfred Maschek hat als einziger das Mikrofon vergriffen. Allgemeine Aussagen wie „Spatenstich Ende April, Ausbau Ruit und Sprantal Ende Mai/Anfang Juni“. Nichts, was wir nicht schon seit Längerem wussten. Genaue Zahlen, die der Gemeinderat verlangte, waren nicht verfügbar, da keiner der fünf Herren daran dachte, seinen Laptop mitzubringen.
Meine Meinung hierzu: Sicherlich hätten ein paar Fakten dafür gesorgt, dass Bürger und Gemeinderäte beruhigter schlafen könnten, allerdings verstehe ich nicht, wozu diese Zahlen letztendlich wichtig gewesen wären. Eine komplett sinnfreie Diskussion ist alleine rund um das Thema Gölshausen Industriegebiet entstanden, obwohl die BBV bereits vor Monaten den Komplettausbau von allen fünf beteiligten Ortsteilen bekannt gab. Einzig in Diedelsheim können im schlimmsten Fall einige wenige Straßenzüge entfallen, in denen es nahezu keine Verträge gibt. Warum sich Herr Maschek und die BBV hier immer wieder für Dinge rechtfertigen müssen, die bereits vor Monaten zugesichert wurden, wissen wohl nur die betreffenden Gemeinderäte.
Weiterhin absolut unverständlich ist die Tatsache, dass sich gerade selbsternannte Vertreter für Diedelsheim teilweise aufspielen, als wäre der Ort der Mittelpunkt von Bretten. Ich werde hier bewusst keine Namen nennen, aber immer wieder zu betonen, dass für Diedelsheim mehr getan werden muss, dass hier das Engagement der Bürger so groß war, dass der Ausbautermin sogar vorgezogen werden musste, ist eine Frechheit allen anderen Ortsteilen gegenüber. Ja, Diedelsheim hat viel getan, ja, die Bürgerinitiative hat sehr viel getan in diesem Ort, aber auch in anderen Orten (zur Erinnerung: ich war Gründungsmitglied und Teil dieser Initiative). Also meine Bitte: Diedelsheim wird ausgebaut, das ist seit Monaten klar und es gibt keinen Grund daran zu zweifeln. Diedelsheim ist wichtig, genauso wichtig wie alle anderen Ortsteile. Diedelsheim muss nicht bevorzugt werden, sondern ein Ausbau in allen Ortsteilen muss schnellstmöglich erfolgen. Weiße Flecken darf es nirgendwo geben.
Übrigens, Oberbürgermeister Martin Wolff hat zugesichert, dass die Stadt hier in Eigenleistung gehen wird, wo die BBV nicht ausbauen möchte. Es wird definitiv keine weißen Flecken geben, auch in der Kernstadt nicht. Hier wird sich der Ausbau aber sicherlich noch Jahre hinziehen und es kann mit Anschlusskosten um die 500,- Euro gerechnet werden.

Kriminal- und Verkehrsunfallstatistik im Raum Bretten

Vielen Dank an Herrn Bernhard Brenner, Revierleiter in Bretten, für seinen sachlichen und kompetenten Beitrag in der Gemeinderatssitzung. Zudem vielen Dank, für die Zurverfügungstellung der Unterlagen.
Ich fasse mich kurz: Alles in allem steht Bretten prima da. Ärgerlich ist höchstens der Anstieg der Verkehrsunfälle von 1017 im Jahr 2015 auf 1045 in 2016. Hierbei ist jeder 5. Unfall (inklusive Parkrempler) eine Fahrerflucht. Die Anzahl an Wohnungseinbrüchen sind auf dem niedrigsten Stand seit Jahren, wobei man aktuell davon ausgeht, dass dieser Spitzenwert in 2017 nicht haltbar ist. Eine Zunahme an Sachbeschädigungen ist zu verzeichnen.
Ein weiterer Erfolg hat die Brettener Polizei bei Wohnungseinbrüchen zu verzeichnen: „Bei 63,3% liege hier die Aufklärungsquote“, so Bernhard Brenner. Ein landesweiter Spitzenwert.
Übrigens: Die Tatsache, dass Brettener Friedhöfe zu Drogenumschlagsplätze und Partymeilen umfunktioniert werden konnte in keiner Weise bestätigt werden. Im Gegenteil, die Brettener Polizei hat lediglich eine selbstgedrehte Zigarette gefunden, die besorgte Bürger für einen Joint hielten. Jeder Bürger darf sich absolut sicher fühlen, wenn er auf dem Friedhof unterwegs ist.

Umgestaltung des Marktplatzes, der Weißhofer- und Pforzheimer Straße

Ich gestehe, ich war überrascht, als das Landschaftsarchitekturbüro Schmid Entwürfe zur Umgestaltung des Marktplatzes und angrenzende Straßen vorstellte. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt weder von den Planungen, noch den Ideen gehört. Meine Überraschung ist hier aber schnell zur Begeisterung geworden. Wasserläufe, zusätzliche Plätze, Begrünung. Die Ideen sind für einen ersten Entwurf absolut gelungen (hier einzusehen). Einzig die Diskussion über den zeitlichen Rahmen macht mir Sorgen. Während manche Gemeinderäte am liebsten sofort beginnen würden, um die Dauer bis zur Sporgassenbebauung sinnvoll zu nutzen, bringen andere Gemeinderäte aufgrund des Verkehrsproblems in Bretten das Projekt sogar mit der Umgehungsstraße in Verbindung. Meine Bitte: Redet hier nicht schon wieder tolle Ideen kaputt. Unserem Marktplatz kann eine Erfrischungskur nur gut tun. Das Altertümliche mit neuer Architektur verbinden und gezielt kombinieren. Freundlicher und offener, bereits wenn man von der Straße Richtung Marktplatz läuft oder fährt. Einfach toll!

Radverkehrskonzept für Bretten

Einer der besten Anträge die ich im Brettener Gemeinderat seit langem hörte: Die Grünenfraktion möchte die Erarbeitung eines Radverkehrskonzeptes. Antwort vorweg: Dem Antrag wurde zugestimmt. Dennoch wurde lange und ausgiebig diskutiert. Zuerst müssen vorhandene Radwege dokumentiert werden. Man dürfe aus diesem Konzept keine Fussgänger und Autofahrer ausschließen. Es wäre wichtig, ein Gesamtverkehrskonzept zu entwickeln, und nichts das speziell auf Radfahrer abzielt. Dass hierbei nahezu immer Radfahrer den Kürzeren ziehen ist traurige Gewissheit. Auch die stetig ansteigende Anzahl an E-Bikes darf hier nicht außen vor gelassen werden.
Meine Meinung: Ein Radverkehrskonzept für Bretten ist mehr als überfällig. Kombinierte Pflicht-Radwege, die man sich mit Fußgängern teilen muss, sind lebensgefährlich. Dass Bretten aufgrund der vielen engen Straßen kein weit verzweigtes Radwegesystem zulässt, ist wenig überraschend, allerdings müssen sicherere Lösungen gefunden werden. Zudem gibt es nahezu in ganz Bretten keine Möglichkeiten sein Rad sicher abzustellen. Gerade rund um den Brettener Marktplatz und die Fußgängerzone ist dies ein absolutes No-Go.
Ich habe mir bereits vor diesem Antrag vorgenommen, mich intensiver mit dieser Problematik zu beschäftigen. Hierzu werde ich auch Kontakt mit dem Rad-Sport-Club Bretten und mit den Vertretern der Grünen aufnehmen. Ich bitte jeden interessierten Radfahrer/Bürger, der hierbei mitwirken möchte, sich bei mir zu melden.

Sporgasse Bürgerbeteiligung

Wie bereits bekannt ist wird die Planung der Sporgassenbebauung nicht alleine in den Händen der Stadt liegen, sondern die Bürger sollen sich gezielt daran beteiligen. Auf dieses Mitwirken der Brettener habe ich immer wieder hingewiesen, gedrängt und gegen Alleingänge der Stadt gewettert. Am 10. Mai um 18 Uhr ist es jetzt endlich so weit. Im Großen Sitzungssaal im Rathaus findet die Bürgerbeteiligung zur Sporgassenbebaung statt. Ich hoffe darauf, dass viele Bürger erscheinen werden, um zu zeigen, dass das Interesse an einem Mitwirken von unserer Seite aus absolut gewünscht und auch gefordert wird. Ich freue mich auf ein konstruktives Arbeiten.

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Ihr fragt euch was Live-Schaltungen sind? Das wird die 2. große Neuerung werden. Ich werde bei vielen Veranstaltungen live auf dieser Seite bloggen. Diese Beiträge werden auch mit dem Vermerk „live“ versehen. Kein langes Warten mehr, bis der Artikel ausgearbeitet wurde, sondern gezielt Informationen in Echtzeit. Der normale Blogbeitrag folgt später. Genauere Infos in den nächsten Wochen.


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