Startschuss OB Wahl! Das Interview mit Herausforderer Aaron Treut

Artikel von Andreas Kraus - veröffentlicht am 7. März 2017

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten 25 Sekunden

Los gehts! Der Wahlkampf um den Posten des Oberbürgermeisters in Bretten ist eröffnet! Nachdem OB Martin Wolff bereits seine Neujahrsansprache genutzt hat um für seine Kandidatur zu werben und darin verdeutlichte, dass er gerne Oberbürgermeister bleiben möchte, haben wir jetzt den ersten ernstzunehmenden Konkurrenten: Aaron Treut, Ortsvorsteher von Ruit und Gemeinderatsmitglied, tritt offiziell zur Wahl an. Bekannt ist Aaron Treut vor allem für sein großes Engagement in Sachen Hochwasserschutz (Video, Text), für seine Bürgernähe und Unterstützung auch im Alltag (Link), sowie als Kritiker der Stadtverwaltung (Link).

Doch was bewegt den jungen Familienvater dazu, seinen Beruf bei Daimler aufzugeben um sich ganz dem Wohle Brettens zu widmen? Ich habe die Chance genutzt und ihn hierzu befragt.

 

Andreas Kraus: Hallo Aaron, eine Frage die sicherlich jeden interessiert: Was sind deine Beweggründe, um deinen sicheren Job aufzugeben und dich den anspruchsvollen Aufgaben eines  Oberbürgermeisters von Bretten zu widmen?

Aaron Treut: „Ich habe schon immer gesagt, dass ich die Arbeit die ich als Ortsvorsteher mache und die mir sehr viel Freude bereitet gerne hauptberuflich ausüben würde. Der gestalterische Aspekt ist dabei sehr reizvoll. Ich bin ein Mensch der im Leben immer wieder neue Herausforderungen sucht und dabei gleichzeitig seine Kraft und sein Können gerne in den Dienst der Menschen stellt. Mein ganzer Lebenslauf zeugt davon. Und hier ist meine Chance, das was mir Spaß macht und was ich bisher als Ehrenamt ausführe, auch hauptamtlich zu tun. Das Risiko, dass ich einen sicheren Job dafür aufgebe, ist mir bewußt, aber das sind mir die Stadt und die Menschen wert.“

 

Welche Fähigkeiten kannst du vorweisen, die den Bürgern zeigen, dass du den aktuellen und kommenden Aufgaben besser gewachsen bist als der jetzige Oberbürgermeister?

„Ich stehe durch meinen Beruf für eine innovative Zukunft in Bretten und möchte gerne einen „New spirit“ in die Stadt bringen. Jeder soll spüren, dass ein frischer Wind nach Bretten weht. Ein Wind der Veränderung und Erneuerung. Weiterhin habe ich gelernt durch meine Ämter und auch durch meinen Nebenberuf als Sicherheitsinstruktor, Menschen zu führen, anzuleiten und zu motivieren. Das möchte ich gerne auf Bürgerinnen und Bürger und Verwaltung übertragen.“

 

Nicht alles lief in der Vergangenheit glatt. Für die Baumfällaktion in Ruit wurdest du zum Beispiel heftig kritisiert. Wie siehst du die Situation jetzt mit etwas Abstand? Würdest du hier wieder so handeln?

„Als gelernter Ingenieur bin ich gewohnt schnelle Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. Diese Umsetzungen müssen selbstverständlich gut durchdacht sein. Deshalb habe ich die Baumfällaktion pragmatisch selbst in die Hand genommen und ausgeführt. Aus heutiger Sicht waren damals wie heute die Baumfällaktionen in der Sache sicherlich richtig, aber in der Art der Ausführung habe ich natürlich dazu gelernt. Als Oberbürgermeister würde ich hier heute auf dem Weg zum Ziel anders agieren. Zu erwähnen ist noch, dass die Baumfällungen mit dem Landratsamt und der Stadt abgestimmt waren, was aber trotz schriftlicher Beweise dementiert wurden.“

 

Als Verfechter von Bürgermeinung, Bürgerbeteiligung und Bürgerbefragung interessiert mich und meine Leser natürlich brennend, welchen Stellenwert diese Punkte für dich haben. Regieren Verwaltung und Gemeinderat im stillen Kämmerlein oder wie werden die Bürger in Entscheidungen eingebunden?

„Du spielst hier wahrscheinlich auf das Thema ISEK an und wie die Abstimmung im Gemeinderat dazu verlief. Als gewählter Gemeinderat ist es immer schwer sich aus einer Gruppe von Menschen herauszuheben; als Ortsvorsteher habe ich es da leichter. Ich habe schon immer die Meinung vertreten, dass ein zentrales Element eine Stadt zu führen die Beteiligung und Motivation der Bürger ist. In Ruit und als Ortsvorsteher ist das für mich gelebte Praxis. Leider ist das ISEK in Bretten nicht repräsentativ und deshalb eher umstritten. Es wurden zum Thema Bürgerbeteiligung in der Vergangenheit sicher Fehler gemacht und sicher ist eine solche in den Ortsteilen deutlich leichter umzusetzen als in der Kernstadt. Nichts desto trotz bin ich der Meinung und Überzeugung, dass Bürger, Verwaltung und Gemeinderat alle geschlossen für die Brettener Zukunft agieren und nicht gegeneinander arbeiten sollten. Hierbei stehe ich auch Arbeitsgruppen mit Bürgern offen gegenüber.“

 

Ich habe oft kritisiert, dass Bretten eine Stadt ist die im Mittelalter hängen geblieben ist. Peter-und-Paul das ganze Jahr. Bist du jemand der neuer Technik offen gegenüber steht oder dich auf Traditionen berufst? Oder anders ausgedrückt – Moderne Architektur oder Fachwerkhaus?

„Ich vereinige beides in meiner Person. Und finde beides gut. Wenn ich bei dem Bild bleibe, dann sehe ich tolle Fachwerkhausfassaden die ein schönes Mittelalterliches Stadtbild geben, die aber in Ihrem Inneren mit modernster Architektur und Technik, wie z.B. Glasfaser, ausgestattet sind. In Bretten, und das weiß ich sehr gut, wird das neue und noch nicht bekannte erstmal kritisch betrachtet, manchmal sogar abgelehnt. Ich bin als Ingenieur natürlich vorne mit dabei neue Sachen zu erfinden, zu entdecken und einzusetzen. Das wünsche ich mir bei der gleichzeitigen Bewahrung von Tradition und Heimatgefühl auch für Bretten und die Ortsteile. Ich möchte Bretten gerne fit für die Zukunft machen. Dazu zählen für mich Dinge wie: Innovative Techniken, wie z.B. Glasfaser, voranschreitende Digitalisierung, flächige LED-Beleuchtung, Werbung und Transparenz durch neue Medien. Inhalte aus der Energiewende, oder auch die Vorbereitung auf autonomes Fahren in Bretten sind weitere Bausteine, um die Stadt zukunftsfähig zu machen.“

 

Wie werden jetzt die nächsten Monate bis zur Wahl aussehen? Was sind deine nächsten Schritte? Wie wird sich deine Kandidatur auf deine Arbeit im Gemeinderat und als Ortsvorsteher auswirken?

„Meine Arbeit als Gemeinderat und vor allem als Ortsvorsteher wird sich durch die Kandidatur nicht wirklich verändern. Es sind einige Projekte und Veranstaltungen geplant, die ich weiter kontinuierlich abarbeiten werde. Was sich verändern wird, und das liegt in der Natur der Sache, ist, dass ich mehr in den Medien erscheinen werde um über die Dinge die ich tue zu berichten. Ansonsten werde ich darauf achten, dass meine Familie trotz des anstehenden Wahlkampfes nicht zu kurz kommt und wir alle trotz den vielen Veranstaltungen die ich jetzt bereits bis zum Jahresende im Kalender stehen habe auch Phasen der Ruhe finden.“

 

Zum Abschluss: Wie stellt sich ein Oberbürgermeister Aaron Treut das Bretten der Zukunft vor?

„Als eine Stadt in die man kommt und jeder sagt: „Hier ist es schön, hier möchte ich leben!““

 

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei der Wahl.


Aktuell auf Instagram


@akrausblog auf Twitter