Glasfaserzukunft weiterhin unsicher? Stadtverwaltung stellt Forderungen

Artikel von Andreas Kraus - veröffentlicht am 19. Juni 2017

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten 2 Sekunden

Glasfaser, BBV und schnelles Internet – spätestens mit dem heutigen Tage dachte ich, das Thema ist endlich erledigt, die BBV beginnt mit dem Ausbau und die Menschen sind glücklich (zumindest die, die sehnsüchtig auf eine Glasfaserzukunft hoffen). Aber Bretten wäre nicht Bretten, wenn wir nicht wieder einmal eines Besseren belehrt würden. Forderungen von Seiten der Stadt an die BBV gefährden massiv den Ausbau in den Ortsteilen Rinklingen, Gölshausen und Diedelsheim und stoppten fast den Start für Sprantal und Ruit.

Also worum geht es hier? Konkret um die Verlegung der Kabel in den Gehwegen. Das Telekommunikationsgesetz schreibt eine Mindestverlegetiefe von 40 cm vor. Die BBV hat sich bereit erklärt ihre Leitungen in einer Tiefe von 60 cm zu verlegen, um einen zusätzlichen Sicherheitspuffer zu generieren und die Gefahr für auftretende Schäden zu minimieren. Dieser Wert wurde so auch von Anfang an in der Presse und auf Infoveranstaltungen kommuniziert. Nach über einem Jahr der Vermarktung und technischer Planung fällt der Stadt Bretten jetzt auf, dass 80 cm sogar noch besser sind als 60 cm. Mit dieser Forderung ist man etwa eine Woche vor Beginn der Tiefbauarbeiten in Ruit und Sprantal an die BBV herangetreten.

Die Reaktion der BBV auf diesen Wahnsinn kann man sich denken: Androhung des sofortigen Stops des Projektes!

Die Stadt Bretten beruft sich darauf, dass man immer von einer Verlegetiefe von 80 cm ausgegangen ist, wie auch in den Straßen üblich. Vor allem um die Tiefborden, die überfahrbar sein müssen, macht man sich erhebliche Sorgen. Angeblich verlangt man bei allen anderen Firmen, wie z.B. der Telekom, auch eine Verlegetiefe von 80 cm. Meinen Informationen zu Folge wurde allerdings gerade von der Telekom zuletzt lediglich in 40 cm Tiefe verlegt, vor allem im Bereich des Bahnhofes.

Vielleicht kann sich die Stadt Bretten dazu äußern, wie es sein kann, dass so ein wichtiger Punkt nicht vorab vertraglich festgehalten wurde. Wir sollten nicht vergessen, dass die Stadtwerke Bretten seit eh und je Tiefbauarbeiten in Bretten durchführen oder veranlassen und somit ein großes Maß an Kompetenz und Wissen vorhanden ist. Sowohl Herr Kleck, Geschäftsführer der Stadtwerke Bretten, als auch Oberbürgermeister Martin Wolff als Hauptverantwortlicher der Stadtwerke, waren vom ersten Tag an in dieses Projekt involviert.

Was bedeutet das jetzt für die Ortsteile? Die gute Nachricht ist, der Ausbau in Sprantal und Ruit findet planmässig statt. Wohlgemerkt in einer Tiefe von 60 cm. Die Ortsteile Rinklingen, Gölshausen und Diedelsheim müssen einmal mehr zittern. Sollte die Stadt hier nicht von ihrer Forderung abweichen sehe ich keine Grundlage für die BBV hier auszubauen. Die Stadt müsste hier zumindest die Mehrkosten tragen, oder wie in Bretten Kernstadt nach eigenen Lösungen suchen. Zudem befürchte ich, dass sich herumspricht, wie unzuverlässig die Zusammenarbeit mit Unternehmen und der Stadt Bretten ist.

Am Ende trifft es wie immer die Bürger, die sich engagieren, die sehnsüchtig warten, die auf eine schnelle Umsetzung hoffen und denen nichts anderes übrig bleibt, als auf die Kompetenz der Verwaltung zu vertrauen.

 


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H.U.
H.U.
Wenn man diesen Blog-Beitrag liest, fällt einem die Kinnlade herunter – kaum zu glauben. Ich bin mir zudem fast sicher, dass bei der damaligen Strassensanierung im Hausertal die Telekom ihre Leitungen tatsächlich nur 40cm tief verlegt hatten. Man konnte das als Anlieger selbst sehen und ich dachte damals (2008) noch, wie oberflächennah die Leitungen liegen. Warum Bretten jetzt 80cm will… ? Als ob man das alles tatsächlich ausbremsen wollte. Ich habe mich davon verabschiedet, als Kernstädtler in den nächsten Jahren vernünftiges Internet zu bekommen – unendlich schade, denn bald müssen neue Telekomverträge für viele abgeschlossen werden, wegen der Umstellung auf… Read more »
R.M.
R.M.

Beneidenswert… da kriegen welche endlich Faser, beschweren sich und andere murksen in der Kernstadt weiterhin bei 16 MBit rum und versuchen damit zu arbeiten.

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