Bretten trotzt der Technik – Neues Schildersystem

Artikel von Andreas Kraus - veröffentlicht am 2. März 2017

Geschätzte Lesezeit: 1 Minuten 51 Sekunden

Bereits Ende letzten Jahres hat die Stadtverwaltung zusammen mit dem Gemeinderat ein neues Info- und Leitsystem für Bretten beschlossen. Dieses beinhaltet neue Wegweiser für die Kernstadt, die unter anderem auch am Ortseingang aufgestellt werden sollen. Um dabei nicht allzu langweilig zu erscheinen setzt man den Schildern noch die Krone, Verzeihung, den Hund auf – sprich eine Figur des Brettener Hundle. Diesen ganzen Spaß lässt sich die Stadt Bretten rund 150.000 Euro kosten.

Ein Grund für diese Investition, abgesehen davon, dass dem ein oder anderem im Rathaus die aktuellen Schilder nicht gefallen, ist das Brettener Jubiläumsjahr. Hier sollen Besucher bereits am Ortseingang von den neuen Schildern empfangen und zielgerichtet zu den Veranstaltungen geführt werden. Leider ist das Jubiläum schon seit 2 Monaten im Gange, die Schilder allerdings noch nicht zu sehen.

Quelle: Brettener Woche / Kraichgau.news

Für mich absolut unverständlich ist die Tatsache, dass man hier ein altes, überholtes Schildersystem durch genau das selbe alte, überholte Schildersystem ersetzt. Egal wie aufgehübscht das neue System auch sein mag, es hat den selben Fehler wie das bisherige: Es ist analog. Wir haben hier keine Möglichkeit gezielt auf Veranstaltungen einzugehen, keine Möglichkeit ein Event zu bewerben, keine Werbung für das Jubiläumsjahr und seine vielen tollen Vorführungen, außer man ersetzt regelmässig die Tafeln händisch. Nichts, was man ernsthaft in Betracht ziehen kann.

Weiterhin soll das neue System als Parkleitsystem dienen, sprich die Besucher bereits am Ortseingang auf Parkplätze hinweisen. Gut, es kann natürlich schon darauf hinweisen wo es in der Theorie Parkplätze gibt, eine sinnvolle Anzeige ob diese auch frei sind sucht man indes vergeblich. Warum hat man hier nicht wie in anderen Städten ein System integriert das mit den größeren Parkplätzen in Bretten verknüpft ist? Sporgasse, Seedamm, Schwimmbad.

In der heutigen Zeit werden ebenso Smartphones mit verschiedensten Apps dafür genutzt um Sehenswürdigkeiten, öffentliche Gebäude oder Veranstaltungen zu finden. Schilder wie diese haben sich mit der Zeit selbst überholt. Eine Investition dieser Größenordnung kann hier nur noch mit fehlendem Weitblick und Unverständnis der heutigen Zeit begründet werden. Das vorhandene System hätte die restliche Zeit bis zur kompletten Digitalisierung locker noch überdauert.

Bretten braucht dringend jüngere Leute in Verwaltung und Gemeinderat, die offen für neues sind, offen der Zukunft gegenüber. Die erkennen, dass die Welt sich ändert und man lieber mit den alten Dingen ein paar Jahre länger lebt um das Geld für zukunftsfähige Veränderungen anzusparen, als ewig der Zukunft hinterherzulaufen.

Was haltet Ihr von Brettens neuem Schilder-Leitsystem? Vernünftige Investition oder Geldverschwendung?

 

Vielen Dank an die Brettener Woche / Kraichgau.news für die Freigabe des Bildmaterials!

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