20 cm zu wenig! Auf die Tiefe kommt es an

Artikel von Andreas Kraus - veröffentlicht am 9. Mai 2017

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten 33 Sekunden

BBV, Glasfaser und Bretten…schwer vorstellbar, dass hieraus noch eine echte Freundschaft entsteht. Dachte man nach dem Spatenstich, dass jetzt endlich Ruhe einkehrt, die Bauarbeiten zügig beginnen, die Sache ins Rollen kommt, wurde man schon kurze Zeit später eines Besseren belehrt. Vergangene Woche gab es in der BNN einen Bericht über das Treffen der Vereinigung Brettener Unternehmen (VBU) zu lesen. „Man kann sich vorstellen, dass dadurch verstärkt Schäden auftreten könnten“, so Alt-OB und Vize-Vorsitzender der VBU Paul Metzger. Gemeint ist die angebliche Vorgehensweise der BBV Rhein-Neckar, die ihre Glasfaser angeblich maximal 20 cm tief in den Boden verlegt. Weiterhin wird betont, dass die Stadt hierfür haftbar gemacht werden kann und sich hoffentlich dementsprechend absicherte.

Woher Paul Metzger diese Falschinformationen erhalten hat bleibt uns der Artikel leider schuldig. Fakt ist, die Technik der BBV ist kein streng behütetes Geheimnis, sondern wurde immer offen publiziert. Weshalb gerade ein Vertreter von Unternehmen in einer Sitzung von und für Unternehmen Falschinformationen über eine Firma verbreitet, dürfte wohl nicht nur den Verfasser dieses Textes brennend interessieren.

Die BBV Rhein-Neckar sah sich jedenfalls dazu gezwungen, eine Pressemitteilung zu veröffentlichen, um weiteren Rufmord und Schädigung an Ihrem Unternehmen zu verhindern. Spätestens, nachdem der Ansturm entrüsteter Bürger im Shop der BBV stetig zunahm.

Ich kann nur jeden bitten, die Firma endlich in Ruhe ihre Arbeit machen zu lassen. Nach wie vor wurde niemand gezwungen einen Vertrag zu unterschreiben. Nach wie vor darf jeder davon halten was er möchte. Aber wenn hier, womöglich gezielt, alternative Fakten gestreut werden hilft das niemandem.

Nachfolgend die Mitteilung der BBV inklusive Richtigstellung:

 

Pressemeldung
BBV verlegt Glasfaser in 60 bis 80 Zentimeter Tiefe

Zukunftssicherer Ausbau mit bewährten Verlegemethoden geplant – Unternehmen reagiert auf besorgte Bürger- und Kundenanfragen wegen falscher Aussage von VBU-Vize Paul Metzger in der Presse

Bretten, 9. Mai 2017 – Die BBV Rhein-Neckar wird die Glasfaser in Bretten unter den Straßen und Gehwegen je nach Gegebenheiten in 60 bis 80 Zentimeter Tiefe verlegen. Auf Privatgrundstücken sind 40 Zentimeter geplant. Dabei wird sich das Unternehmen strikt an die Vorgaben durch das Amt für Technik und Umwelt der Stadt Bretten halten, mit dem die BBV bei der Planung und Ausbau eng zusammenarbeitet. „Wir wollen Bretten zukunftssicher ausbauen. Selbstverständlich setzen wir dabei auf sichere und bewährte Verlegemethoden, um auch langfristig potentielle Schäden für die Allgemeinheit und unsere Kunden zu vermeiden“, betonte Wolfgang Ruh, Leiter Vertrieb der BBV Deutschland.

Damit weist die BBV jüngste Aussagen des VBU-Vizevorsitzenden Paul Metzger gegenüber der Presse als falsch und unverantwortlich zurück. Dieser hatte dem Unternehmen unterstellt, in Bretten eine Verlegemethode der Glasfaser mit 20 Zentimetern Tiefe zu planen, durch die verstärkt Schäden auftreten könnten, für die die Stadt später haften müsse. Im BBV-Shop häufen sich seither massiv Anfragen besorgter Bürger und Kunden.

„Es handelt sich um Fake-News, mit der Herr Metzger die Bevölkerung verunsichert. Er hat niemals mit uns über die Planung und von uns eingesetzte Verlegeverfahren gesprochen. Uns ist völlig schleierhaft, wie er zu dieser substanzlosen Aussage kommt und welche Motive ihn bewegen“, äußerte sich Ruh sichtlich verärgert.

„Möglicherweise bezieht er sich auf das von einigen Telekommunikationsunternehmen eingesetzte kostengünstigere Micro- oder Nano-Trenching. Dieses setzt tatsächlich auf eine Verlegtiefe von zwei bis 20 Zentimetern. Das neue Verfahren wurde von uns allerdings an keiner Stelle diskutiert oder überhaupt in Erwägung gezogen. Wir halten dieses für sehr riskant, da spätere Schäden für Gehwege und Straßen nicht ausgeschlossen werden können und in Deutschland noch keine langfristigen positiven Erfahrungen vorliegen. Um derartige Fehlinformationen und Missverständnisse in Zukunft zu vermeiden, bieten wir Herrn Metzger gerne ein persönliches Gespräch an. Über seine Kontaktaufnahme würden wir uns freuen“, sagte Ruh abschließend.


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